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Lions-Quest/Erwachsen werden

Schule vermittelt nicht nur Wissen, sondern wirkt immer stärker auch erzieherisch auf unsere Kinder ein. Wir wollen starke, selbstbewusste und selbstverantwortliche Menschen zu einem guten Schulabschluss führen. Wir wollen die Stärken der Kinder fördern aber sie auch lehren, mit Misserfolgen umzugehen. Um diese Ziele zu erreichen, stellen wir den Klassenlehrern in Klassenstufe 5 und 6 zusätzliche Stunden zu Verfügung, die zur Umsetzung des Projekts Lions-Quest, zu einem Methodentraining (=das Lernen lernen) und zu Fördermaßnahmen zur Verfügung.

 

Wo kommt Lions-Quest her?

 

Die Förderung sozialer Kompetenzen junger Menschen in der Schule steht im Mittelpunkt des Lions-Quest Programms „Erwachsen werden“. Das Programm will die Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, ihr Selbstvertrauen und ihre kommunikative Kompetenz zu stärken, Kontakte und Beziehungen aufzubauen und zu pflegen, Konflikt- und Risikosituationen in ihrem Alltag zu begegnen und für Probleme, die gerade die Pubertät gehäuft mit sich bringt, konstruktive Lösungen zu finden. Gleichzeitig möchte es ihnen beim Aufbau eines eigenen Wertesystems Orientierung anbieten. Damit ordnet sich das Konzept in den Ansatz der Life-Skills-Erziehung („Lebenskompetenz-Erziehung“) ein, dem von der aktuellen Forschung die größten Erfolgsaussichten bei der Prävention (selbst-) zerstörerischer Verhaltensweisen zugesprochen werden.

Seit vielen Jahren arbeiteten die beiden Partner Lions Clubs International und Quest International erfolgreich zusammen: Quest International, eine amerikanische nonprofit-Organisation, zeichnete für das pädagogische Konzept und für die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer verantwortlich, Lions Clubs International stellte als eine für Hilfsbereitschaft, Humanität und Völkerverständigung engagierte Vereinigung die organisatorischen und finanziellen Mittel dafür bereit. Seit Oktober 2002 ist Lions Clubs International Foundation Eigentümerin der Lions-Quest-Programme.

„Erwachsen werden“ wurde 1984 in den USA unter dem Titel „Skills for Adolescence“ entwickelt und richtet sich an Schülerinnen und Schüler im Alter von 10 bis etwa 14/15 Jahren. Das Programm wurde bis heute in 14 Sprachen übersetzt und in mehr als 40 Ländern der Erde eingeführt. Seit 1986 wird es auch in europäischen Staaten (z.B. Belgien, Dänemark, Finnland, Italien, Island, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Schweden) mit großem Erfolg angewandt. Seit 1993, dem „Geburtsjahr“ von „Erwachsen werden“ in Deutschland, haben bei uns mehr als 19.000 Lehrerinnen und Lehrer an einem der über 700 Einführungs- und Aufbauseminare (05/2003) teilgenommen.

Nach Erprobung mit einer provisorischen Fassung wurde das Material 1996 in einer ersten vollständigen Ausgabe den gesellschaftlichen Strukturen und den Schulverhältnissen in Deutschland angepasst. Seit August 2000 liegt die zweite, vollständig überarbeitete Ausgabe der Materialsammlung mit Planungshilfen und Kopiervorlagen für den Unterricht vor, in der die Erfahrungen deutscher Schulen aus drei Jahren Arbeit mit dem Programm eingearbeitet wurden. Weil es für „Erwachsen werden“ ein wichtiges Anliegen ist, die am Erziehungsprozess Beteiligten miteinander zu vernetzen, gehören auch das Elternheft „Jahre der Überraschungen“ ( auch in russischer und in türkischer Übersetzung erhältlich ) und Elternbriefe zu den 7 Teilen des Programms zur Unterstützung schulischer Elternarbeit zum Material.

Die Entwicklung der deutschen Ausgabe von „Erwachsen werden“ wird von Prof. Dr. Klaus Hurrelmann als wissenschaftlichem Berater und einem wissenschaftlichen Beirat begleitet. Die Universitäten Bielefeld, Leipzig und Nürnberg/Erlangen untersuchen zur Zeit die Umsetzung des Programms an deutschen Schulen. Die überaus positiven Ergebnisse der Untersuchung aus Bielefeld liegen seit Mai 2002 vor.

Autor: übernommen aus www.Lions-Quest.de


Eigentlich ganz einfach… oder ?! - Konflikte spielerisch lösen

In jeder Klasse und in jeder Schule gibt es Konflikte.

Konflikte gehören zum Leben dazu und bieten immer auch die Chance zur weiteren Entwicklung. Werden Konflikte allerdings unter den Teppich gekehrt, wird ein Mantel des Schweigens darüber gelegt, schwelen sie langsam vor sich hin und geraten möglicherweise irgendwann in einen Brand, der schwer gelöscht werden kann. Unbearbeitete Konflikte eskalieren, sie führen am Ende zu Gewalt gegen sich selbst und / oder andere Menschen.

Die Klasse 5.1 der Max von der Grün-Schule in Merchweiler will Gewalt bewusst vorbeugen.  In einem ganztägigen Workshop mit Renate Schmitz-Gebel wird die Klasse verschiedene Konflikte, die aus dem Schulalltag stammen, klar benennen und  in kurzen Szenen beschreiben. Bücher wie z.B. das von Elisabeth Zöller mit dem Titel „Und wenn ich zurückhaue“ können dabei wichtige Anregungen geben. Die aufgespürten Konflikte bearbeiten die Schüler und Schülerinnen in Gruppen und suchen nach verschiedenen Reaktionsmöglichkeiten darauf:

Ein Schüler wird von anderen erpresst, muss Geld oder bestimmte Kleidungsstücke abgeben, um in Ruhe gelassen zu werden – was kann er tun?

Eine Schülerin wird schon seit Monaten von ihren Mitschülerinnen ausgeschlossen und gehänselt wird – was kann sie tun?

Weitere Fragen in den konkreten Konflikten könnten dabei sein:

Was können andere in der Klasse tun, die diese Situation beobachten? Was können die Eltern tun? Was können Lehrkräfte tun?

Mit unterschiedlichen spielerischen Methoden sucht die Klasse nach Antworten und nach Lösungen in schwierigen Situationen, die schriftlich auf Ideenkarten festgehalten werden. Damit die Idee auch nach diesem Workshop-Tag weiterwirken und für andere in ansprechender Form nutzbar gemacht werden können, plant die Klasse zusammen mit ihrer Klassenlehrerin Isabelle Hell ein Aktionsspiel daraus zu entwickeln.