„Digitalisierung verbindet alle“ – Erster Tag der digitalen Bildung im Saarland „Medienbildung und informatische Bildung“ versammelt über 300 Lehrkräfte aller Schulformen

Erster Tag der digitalen Bildung findet großen Anklang, zweite Ausgabe in Planung

Foto: Oliver Dietze

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„Der neue Lehrplan ‚Medienbildung und informatische Bildung‘ und der DigitalPakt Schule sind wichtige Eckpfeiler für die digitale Bildung im Saarland. Mit dem ‚1. Tag der digitalen Bildung‘ wollen wir Impulse für die Umsetzung an den Schulen geben. Von den Möglichkeiten digitaler Bildung sollen alle profitieren. Zugleich ist die Digitalisierung an unseren Schulen eine Gemeinschaftsaufgabe. Alle Akteure müssen an einem Strang ziehen, damit diese Aufgabe gelingt“, mit diesen Worten eröffnete Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot die Tagung, die in Zusammenarbeit des Ministeriums für Bildung und Kultur, dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien, der Universität des Saarlandes sowie der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes am 26. Februar 2020 ausgerichtet wurde. Der 1. Tag der digitalen Bildung bündelte erstmals den 2. Tag des Informatikunterrichts und die 1. Netzwerktagung "Medienbildung und Digitalisierung von Schulen". Zahlreiche im Medienbereich engagierte saarländische Institutionen, wie das Medienkompetenzzentrum der Landesmedienanstalt, das Landesinstitut für Präventives Handeln, das Unabhängige Datenschutzzentrum Saarland, die Verbraucherzentrale Saarland, folgten dem Aufruf. Sie brachten sich in den unterschiedlichsten Workshops in den Tag ein, so dass Lehrkräfte ein vielfältiges Programm und zahlreiche Einblicke in die digitale Bildungslandschaft erwarteten. Auch Gäste der Universität Luxemburg waren anwesend. Frau Prof. Dr. Verena Wolf, Professorin für Informatik, und Gastgeberin des 2. Tags des Informatikunterrichts begrüßte gleichermaßen die Anwesenden und freute sich über den großen Zuspruch der Veranstaltung.

In ihrem Impulsvortrag stellte Prof. Dr. Ira Diethelm von der Carl-Ossietzky-Universität Oldenburg die Frage „Wozu eigentlich digitale Bildung? – Und was das mit Informatik zu tun hat.“ Darin konnte sie mit einigen Missverständnissen aufräumen, die im Zuge der Digitalisierung immer wieder genannt werden. Ohne informatische Bildung und Informatik als verpflichtendes Schulfach, so die Forscherin, sei Medienbildung an unseren Schulen nicht denkbar. Sebastian Connette vom Landesinstitut für Pädagogik und Medien stellte in diesem Zusammenhang einen Zertifikatskurs „Informatische Grundbildung in der Primarstufe“ vor. Er richtete sich vor allem Grundschullehrkräfte und zeigte den Teilnehmer*innen altersgemäße sowie spielerische Zugänge zur informatischen Bildung auf.

Die rund 300 Teilnehmer*innen erhielten anschließend in zahlreichen Workshops Gelegenheit, Neuerungen im Bereich schulischer Bildungstechnologien, u. a. den Umgang mit virtuellen Datenbrillen oder digitale Schnitzeljagden, praktisch auszuprobieren.

Den zweiten Teil der Veranstaltung läutete Prof. Dr. Heidi Schelhowe von der Universität Bremen mit einem zweiten Vortrag zum Thema "Flutwelle des Digitalen? Wie wir Souveränität gewinnen könnten durch Medienbildung von Anfang an“. Die Forscherin legte dar, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf das pädagogische Selbstverständnis von Lehrkräften hat und welche Veränderungen für das Lehren und Lernen damit verbunden sind.

Der Nachmittag stand im Zeichen, eines für die saarländische Lehrerbildung unkonventionellen Formats. Im Rahmen eines sog. Barcamps hatten engagierte Schulen und Lehrkräfte die Möglichkeit, Erfahrungen, Lehr-Lernszenarien und Herausforderungen dem interessierten Fachpublikum vorzustellen. Insgesamt erklärten sich über 20 Kolleg*innen bereit, ihre Erfahrungen zu „Medienbildung und Digitalisierung von Schulen“ zu teilen und mit den Teilnehmer*innen ins Gespräch zu kommen.

In zwei Runden waren die Themen dabei sehr vielfältig und reichten von Cybermobbing, Urheberrecht und Datenschutz über mögliche Stolpersteine bei der Digitalisierung bis hin zur Umsetzung eines digitalen Musicals und Unterrichtsansätzen zur „Informatik ohne Strom“. Besonders das Format der Barcamps, welches den direkten und unittelbaren Austausch ermöglichte, fand bei den Teilnehmer*innen großen Anklang. 

Die Medienpädagogin Kristin Narr, die als Moderatorin des Tages fungierte, benannte als ein wichtiges Ergebnis der gesamten Tagung neben dem Austausch von Ideen auch die Chance zur Vernetzung der anwesenden Pädagog*innen. Gerade im Zuge der Umsetzung des DigitalPakts Schule und der Notwendigkeit, dass Schulen Medienkonzepte entwickeln, sei dies ein kaum zu unterschätzender Beitrag zur Unterrichtsentwicklung an saarländischen Schulen. Der 1. Tag der digitalen Bildung wurde mit freundlicher Unterstützung der ME Saar und SchuleWirtschaft veranstaltet. Er bot allen Anwesenden diesbezüglich viele neue Impulse für den Unterricht und war ein großer Erfolg, der 2021 wiederholt werden soll. 

Der 2. Tag der digitalen Bildung ist bereits für den 24.02.2021 in Planung.

Nähere Informationen zur digitalen Bildung im Saarland sind unter http://www.digitale-bildung.saarland zu finden.

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