Sie sind hier: 

Aktuelles

News

„Demokratie muss verteidigt werden“ - Überherrner Lehrer auf Geschichtsmesse in Thüringen

Bereits zum zwölften Mal fand im thüringischen Suhl die von der Bundesstiftung für  Aufarbeitung der SED-Diktatur organisierte Geschichtsmesse statt. Auf der dreitätigen Veranstaltung kamen auch Ende Januar 2019 wieder über 300 Historiker, Politiker, Bürgerrechtler und Lehrer zusammen, um über die DDR-Geschichte, die Friedliche Revolution und die Schwierigkeiten der Wiedervereinigung zu diskutieren. Aus Überherrn nahmen als einzige Vertreter aus dem Saarland die drei Lehrer Gabriele Coassin, Michael Fatscher und Dominik Schmoll von der Schule am Warndtwald an diesem Forum der historisch-politischen Bildungsarbeit teil.

Doch mit dem Titel „Was heißt hier Demokratie? Deutschland und Europa 30 Jahre nach dem Mauerfall“ setzte sich die diesjährige Messe mit einem hochaktuellen Thema auseinander. Gerade erst vor wenigen Wochen wurden Umfrageergebnisse veröffentlicht, nach denen sechs Prozent der Deutschen eine nach rechts gerichtete Diktatur gut finden und 21 Prozent würden unter gewissen Umständen einen starken politischen Führer präferieren.  Die Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung Anna Kaminsky nahm diese Zahlen zum Anlass, sich mit der Demokratie im Jahr 2019 zu befassen. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum Thema „Demokratieerfahrungen im vereinten Deutschland“ sprachen u.a. der Ministerpräsident von Thüringen Bodo Ramelow, die sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Petra Köpping sowie der Landesbeauftragte des Freistaates Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Dr. Peter Wurschi über eigene Erlebnisse und nahmen die Unterschiede zwischen Ost und West zu diesem Thema in Augenschein. Dass fast 30 Jahre  nach der deutschen Einheit zwar noch immer viele Unterschiede zwischen Ost und West bestehen, diese aber genauso zwischen anderen Regionen wie beispielsweise Nord und Süd vorhanden sind, war Thema eines Vortrages des Zeithistorikers Prof. Dr. Frank Bösch aus Potsdam. Die Schulen haben den Auftrag auch Meinungsfreiheit und Multiperspektivität  zu vermitteln. Darüber sprach in einem Vortrag der derzeitige Präsident der Kultusministerkonferenz, der thüringische Bildungsminister Helmut Holter.

undefined

Auch im Rahmen der vielen kleineren Veranstaltungen zu Demokratiebildung, dem Lernen an Gedenkstätten, der Geschichtsvermittlung sowie der Vorstellung neuer Online-Angebote zur DDR-Geschichte, Wende und Aufarbeitung erhielten die Geschichtslehrer der Gemeinschaftsschule Überherrn viele neue Impulse. An der Schule am Warndtwald werden die Inhalte der Fächer Geschichte, Erdkunde und Sozialkunde im Fach Gesellschaftswissenschaften (GW) gemeinsam unterrichtet, wodurch vieles fachübergreifend besser vermittelt werden kann. So wollen sich zum 30. Jahr von Mauerfall und Wiedervereinigung auch in Überherrn die 9. und 10. Klassen projektorientiert diesen häufig vernachlässigten Themen der jüngeren deutschen Vergangenheit stellen. Hierbei sollen aber auch die aktuellen Geschehnisse beachtet werden. Anna Kaminsky brachte es in Suhl auf den Punkt:

„Eine Diktatur bekommt man geschenkt.

Aber Demokratie muss man sich erkämpfen und verteidigen.“

 

 

Dominik Schmoll,  Fachbereich ‚Gesellschaftswissenschaften‘

01.02.2019 10:01 Alter: 76 Tage