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Weitere Angebote und Aktionen

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Schließfach mieten

Hier kannst du ein Schließfach in deiner Klasse mieten.

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Aktionen an der GemS Marpingen

Saarländischer Fußballverband bildet Schiedsrichter an Gemeinschaftsschule Marpingen aus

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Gemeinschaftsschule Marpingen verlässt die Stundenroutine

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Von Lenggries nach Latsch: Marpinger Gemeinschaftsschüler überqueren die Alpen

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Die Schülerband der Gemeinschaftsschule Marpingen rockt beim Open Air auf dem marpinger Segelflugplatz

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Schülerinnen und Schüler der Stufen 5 bis 13 rocken die Aula der GemS Marpingen

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WK 3 Fussballer der Gemeinschaftsschule Marpingen erreichen das Endspiel um die Saarlandmeisterschaft

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5er erfinden eigene Instrumente

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Marpinger Schüler treten am internationalen Mathewettbewerb „Mathématiques sans Frontières“ an – und schlagen sich hervorragend

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Marpinger Schüler treten am internationalen Mathewettbewerb „Mathématiques sans Frontières“ an

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11a der Gemeinschaftsschule Marpingen als Patenklasse der Macbeth-Inszenierung in Kaiserslautern

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FGTS macht Picobello

Die freiwillige Ganztagsschule beteiligt sich an der Aktion "Picobello"

Wir finden es richtig gut, dass es auch in diesem Jahr wieder diese saarland Picobello-Sammelaktion des EVS gab. Dabei geht es darum, dass möglichst viele Menschen im Saarland dafür sorgen, dass unser kleines Land mal wieder etwas sauberer wird. 

Als wir Leute aus der Freiwilligen Ganztagsschule an der GemS Marpingen, die Schüler Lorenz, Jakub, Josef, Johannes, Elijah und unsere Betreuerinnen Margret und Tamara am Freitag, den 11.03.16, rund um die  Schule eine Stunde lang den Müll aufsammelten,  wunderten wir uns nicht über die Menge, die in dieser kurzen Zeit zusammenkam. Wir hatten vier Eimer voll gesammelt und waren nur etwas überrascht von Dingen wie einem UB-Stick oder einem Fussball, die einfach so liegenblieben...Nach der Aktion war der Schulhof dann für kurze Zeit mal wieder etwas sauberer. Außerdem freuten wir uns auf das gemeinsame Eisessen mit unserer fleißigen Gruppe...

Link zu Picobello 2016

Gemeinschaftsschule Marpingen für Flüchtlinge

Schülerinnen und Schüler der Klasse 7a setzen sich ein für Flüchtlingen in der Umgebung

Flüchten – Was heißt das?

Unterricht – das bedeutet nicht nur Unterrichtsstoff lernen! Um wie man so häufig sagt „für‘s Leben zu lernen“, um die Welt zu verstehen und sich eine eigene Meinung zu bilden, muss man auch schon mal über die Grenzen der Lehrpläne hinweg denken und raus aus der Schule! In diesem Sinne hat sich die Klasse 7a unserer Schule in diesem Schuljahr immer wieder mit der Thematik der „Flüchtlingskrise“ befasst. 

Über alle Kanäle, ob über das Fernsehen, facebook oder an der Straßenecke, überall hört man davon, mancher sagt schon, er könne es gar nicht mehr hören. Aber wir wollten es genau wissen, nicht bloß Reportagen dazu anschauen und Texte lesen, sondern die Menschen, die zu uns geflüchtet sind, persönlich fragen!

Die erste Wissensgrundlage wurde im Gesellschaftswissenschaftsunterricht geschaffen: Wo genau liegt Syrien? Aus welchen Gründen flüchten die Menschen aus ihrem Heimatland? Auf welchen Wegen gelangen sie bis ins Saarland? Wo und wie leben syrische Jugendliche, die ohne ihre Eltern hier ankommen?

Das Leben im Clearing-Haus, der Wohneinrichtung, in der Jugendliche bislang bis zur Volljährigkeit unterkamen, hat uns besonders interessiert. Von der Leitung der Einrichtung erhielten wir erste Informationen zum Leben im Clearing-Haus und schnell entstand die Idee, für jeden der 26 Jungen, die dort leben, zu Weihnachten eine „Welcome-Box“ zu packen. Sachspenden wie Schreibwaren, Süßigkeiten und Kosmetikartikel wurden morgens im Klassensaal gesammelt und auf 26 Schuhkartons verteilt, die wir einpackten und individuell mit Wünschen wie „Viel Glück!“ in deutsch und arabisch beschrifteten. 

Zwei Schüler unserer Klasse wurden anschließend ausgelost, um die Geschenke im Clearing-Haus an die jungen Flüchtlinge zu übergeben. Die Freude und die Dankbarkeit der Jungs war riesig! Es wurde zwar wenig geredet aber viel gelacht und für einen kurzen Moment hatten wir ganz vergessen, wie groß die Hilflosigkeit der Flüchtlinge eigentlich ist. Als wir dann jedoch ein Foto mit allen Jugendlichen aufnehmen wollten, wollten viele nicht darauf zu sehen sein. Die Betreuer erklärten uns, dass dieses Verhalten nichts mit Eitelkeit zu tun hat, sondern dem Selbstschutz der Jungen dient, die in ihren Heimatländern häufig verfolgt werden, weil sie nicht im Krieg kämpfen.   

Mit gemischten Gefühlen fuhren wir dann nach Hause. Wegen der Sprachbarriere hatten wir an diesem Tag kaum die Möglichkeit, Antworten auf offene Fragen zu erhalten: Wie war das Leben in Syrien eigentlich vor dem Krieg? Wenn man auf der Flucht ist, wo schläft man dann? Was nimmt man mit? Was vermisst man am meisten?

Wir sammelten unsere Fragen in einer Liste, dabei gab es kein „richtig“ oder „falsch“, alles, was uns ehrlich interessierte, war erlaubt. Eine Flüchtlingsfamilie aus Eppelborn nahm unsere Einladung zu einer Gesprächsrunde an. Luay, seine Frau Sara und ihr zehn Monate alter Sohn besuchten uns gemeinsam mit ihrer Patin, Frau Müller, in unserem Klassensaal, aßen gemeinsam mit uns Kuchen und beantworteten alle unsere Fragen. Frau Masalme aus Marpingen, die arabisch und deutsch spricht, übersetze für uns. 


Beim Gespräch über das Leben vor dem Krieg entdeckten wir viele Gemeinsamkeiten, Luay z.B. mag die gleichen Play Station Spiele wie wir und Sara kaufte in Syrien in Geschäften ein, die wir auch kennen. Dann erzählte Luay von der Situation in Syrien, davon, dass Saras Vater bei einem Bombenangriff starb und sie danach beschlossen, Hals über Kopf aus dem Land in den Libanon zu flüchten, nicht trotz ihres Sohnes, sondern um das Leben ihres Sohnes zu retten, der damals erst wenige Monate alt war. Ihre Flucht führte über die Türkei und im völlig überfüllten Boot nach Griechenland, von wo aus sie über die sogenannte „Balkanroute“ zu Fuß nach Österreich flüchteten und letztendlich in Deutschland ankamen. Wir erfuhren z.B. auch, dass sie nachts mit der Angst vor wilden Tieren und Räubern im Freien schliefen und ihren Sohn im ungarischen Gefängnis mit Zuckerwasser füttern mussten, damit er überlebt.

Das Treffen war in jeder Hinsicht intensiv: wir lachten, staunten, waren erschüttert, weinten, fragten nach und waren dennoch vorstellungslos in Anbetracht der Wucht dieser Informationen.

Als wir abschließend gemeinsam über alle diese Erfahrungen nachdachten, stellten wir fest, dass es sich bei vielen der „Informationen“, die über Flüchtling kursieren, um Fehlinformationen und bloße Gerüchte handelt. Wir erkannten, dass Fremdenhass meist aus Unwissen resultiert. Die Erfahrungen hingegen, die wir seit Schuljahresbeginn gesammelt haben, haben Verständnis bei uns erzeugt und uns die Angst genommen, auf Flüchtlinge zuzugehen.