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SoFIT (Sozialpädagogisches Förder- und Inklusionsteam) des Jugendhilfezentrums der Landeshauptstadt Saarbücken, ein neues Angebot an der Grundschule am Ordensgut

Seit dem 01.02.2017 gibt es das neue Angebot „SoFIT“ an der Grundschule am Ordensgut. Und wie so oft in letzter Zeit geht es dabei um „Inklusion“. Was bedeutet das eigentlich?

Die UN-Behindertenrechtskonvention hat 2008 „Inklusion“ zum Menschenrecht für Menschen mit Behinderungen erklärt. Inklusion (lateinisch „Enthaltensein“) bedeutet, dass alle Menschen selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.

Soweit so gut. Was aber bedeutet das für die Grundschule am Ordensgut?

Hier geht es darum, dass alle Kinder in ihren Klassen (bzw. Lerngruppen) mit den Mitschülern und ihrer Lehrkraft gemeinsam lernen können. Dabei ist es unerheblich, ob ein Kind schneller oder langsamer lesen lernt, ob es das Einmaleins schon kann, ob es im Rollstuhl sitzt, einen Sprachfehler hat oder schlecht still sitzen kann. Welcher Mensch ist schon wie der andere? Jeder hat Stärken und Schwächen und wer bestimmt, wann eine Eigenschaft „zu viel“ oder „zu wenig“ ist? Das Ziel ist, dass alle Kinder in ihrer Klasse bleiben können und keines ausgeschlossen wird, sondern alle „teilhaben“ können.

Um alle Kinder optimal zu fördern und auf jeden Einzelnen eingehen zu können, braucht die Schule natürlich „Verstärkung“.  Und das genau macht SoFIT. Die drei Kolleg/innen des Jugendhilfezentrums der Landeshauptstadt Saarbrücken, die Dipl.-Pädagogin Marzena Meyer, der Erzieher Marcus Krieger und die ausgebildete Klangschalentherapeutin Sabine Schulz bilden das SoFIT-Team und sind morgens im Unterricht und teilweise auch nachmittags mit dabei. Jeder bringt sich selbstständig und professionell ein. Sie sind Ansprechpartner für die Kinder und wirken wertschätzend, beruhigend, konzentrationsfördernd, strukturierend und Grenzen setzend auf die Schüler ein. Dies kann in der Lerngruppe und außerhalb, einzeln oder in Kleingruppen erfolgen. Das SoFIT-Team bildet mit dem Kollegium der Schule ein gemeinsames großes Team und arbeitet Hand in Hand, ergänzt durch die Integrationshelfer des Landesamts für Soziales, die weiterhin die körperlich und/oder geistig beeinträchtigten Kinder begleiten–alle mit dem gleichen Ziel, nämlich jedes einzelne Kind schulisch, sozial und emotional gut auf das Leben und die weiterführende Schule vorzubereiten.

Die Aufgaben im Alltag reichen von einfachen Hilfestellungen, wie man am besten einen Stift hält oder seinen Schulranzen aufräumt über Wiederholungen der Arbeitsanweisungen der Lehrer und Förderung bei den Lernzeiten bis hin zur Kriseninterventionen bei aggressiven Ausbrüchen oderStreitschlichtung.

Besondere Angebote z. B. sind Lernspiele, Bewegungsspiele und Übungen zur Feinmotorik, Förderbänder „Handwerkliches Arbeiten“, „SozialesLernen“ und „Sprechen und Zuhören“ sowie offene Projekte „Tonwerkstatt“ und „Klettern“. Frau Schulz bietet außerdem noch „Mediation“ und “Klangtherapie" an.

Wie kam es nun dazu?

„Aufgrund der beginnenden inklusiven Entwicklung im saarländischen Schulsystem (Schulgesetzgebung 2014, Inkrafttreten der Inklusionsverordnung 2015) hat sich der Regionalverband Saarbrücken dazu entschlossen, an ausgewählten Schulstandorten Infrastrukturangebote zu initiieren, die schulische Bildung und soziale Integration fördern und damit auch Teilhabe am Leben in der Gesellschaft sicher stellen.

Leitend ist dabei die Überlegung, dass ein Kind nicht eine individuelle Hilfe mitbringen muss, um in der Schule bestehen zu können, sondern im Regelsystem Ressourcen vorgehalten werden, die eine präventive Wirkung entfalten und beim Erreichen der o. g. Ziele unterstützen.

Das Ministerium für Bildung und Kultur hat an der konzeptionellen Entwicklung mitgewirkt. Es begrüßt die Implementierung verlässlicher Teilhabeunterstützung und den damit einhergehenden Wegfall einer stigmatisierenden Einzelfalldiagnostik.

Damit einhergehend verfolgen die Vereinbarungspartner mit diesem Angebot die Absicht, eine Schulentwicklung hin zu einem Verständnis von Schule im Sinne „von allen – für alle“ anzustoßen.

Die Landeshauptstadt Saarbrücken ist an diesem Schulstandort Schulträger und engagiert sich somit für eine bedarfsgerechte und inklusive Schulentwicklung.

Alle Akteure sehen sich grundsätzlich in einer gemeinsamen Verantwortung und unternehmen mit diesem Infrastrukturangebot auch gemeinsame Anstrengungen bei der Umsetzung der schulischen Inklusion.“ (Begleitvereinbarung zum Kooperationsvertrag über die Einrichtung eines „Sozialpädagogischen Förder- und Inklusionsteams (SoFIT) an der Grundschule am Ordensgut-Saarbrücken)

Klar ist, dass die SoFIT-Kolleg/innen ihre Arbeit mit viel Freude und Engagement machen. Das gelingt ihnen vor allem deshalb, weil sie sich an der Schule wohlfühlen, die Kinder ins Herz geschlossen haben und sie mit den Lehrer/innen so gut - professionell und persönlich - zusammenarbeiten.

Das SoFIT-Team vom Jugendhilfezentrum der Landeshauptstadt Saarbrücken