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Landessieg beim Wettbewerb „Jugend debattiert“ für Eva Donner vom Leibniz-Gymnasium in St. Ingbert

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Soll E-Sport als Sport anerkannt werden? Um dieses und andere Themen ging es beim diesjährigen Landesentscheid des Wettbewerbs „Jugend debattiert“, der vor Kurzem beim Saarländischen Rundfunk auf dem Saarbrücker Halberg stattfand. Ja, sagten die beiden Befürworter: E-Sports, also Computerspiele, gehörten zum Sport, denn es sei nachgewiesen, dass die Spieler beim E-Sport in Turnieren Herzfrequenzen von um die 180 Schläge pro Minute entwickeln und damit seien sie körperlich der gleichen Belastung ausgesetzt wie andere Hochleistungssportler. Wenn das nun ein Grund ist, E-Sport als Sportart anzuerkennen, dann war das diesjährige Landesfinale für die Debattanten, aber auch für Fans im Publikum, sicherlich ebenfalls Sport.

 

Beim Wettbewerb „Jugend debattiert“, der auf Initiative und unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier durchgeführt wird, debattierten auf Landesebene je acht Schüler aus zwei Altersklassen, die sich zunächst in Schul- und dann in Regionalfinalen qualifiziert hatten. Die Schüler erhalten etwa eine Woche vor dem Wettbewerb je drei aktuelle, strittige Themen, auf die sie sich vorbereiten müssen, ohne zu wissen, ob sie im Wettbewerb die Pro- oder Contra-Seite vertreten, die vorgeschlagenen Änderungen also befürworten oder ablehnen müssen.

Im Finale der letzten vier, das am Nachmittag ausgetragen wurde, fragte man sich in der Altersgruppe 1 (Sekundarstufe I), ob Französisch an allen weiterführenden Schulen des Saarlandes als erste Fremdsprache eingeführt werden soll. Robert Grundhever aus der Klasse 8a des Leibniz-Gymnasiums war die Position Contra zugelost worden. „Ich bin froh, dass ich Contra bin, da gibt es mehr Argumente“, sagte der 14-Jährige vor der entscheidenden Runde. Englisch sei die Weltsprache, diese müsse man mehr fördern, allein um Flexibilität bei eventuellen Umzügen in andere Bundesländer zu gewährleisten, argumentierte er, während die Gegenseite der Meinung war, dass Kenntnisse des Französischen später für den Arbeitsmarkt der Region wichtig seien. Am Ende setzten sich hier allerdings die beiden Vertreter der Pro-Seite,  Charlotte Kalmes vom Geschwister Scholl Gymnasium Lebach und Lennart Neumann vom Illtal Gymnasium Illingen, durch und qualifizierten sich für das Bundesfinale in Berlin.

Mehr Erfolg hatte Eva Donner, Schülerin der 11b, die bei der Frage, ob der öffentliche Rundfunk sich nur noch aus Werbemitteln finanzieren sollte, ebenfalls die Contra-Seite vertrat. Sie sah das Programm durch die Änderungen in der Finanzierung beeinträchtigt und damit den Bildungsauftrag des öffentlichen Rundfunks gefährdet. Letztendlich ging Eva als Landessiegerin aus der Debatte hervor und qualifizierte sich damit zusammen mit Jan-Luca Pfeiffer vom Willi-Graf-Gymnasium in Saarbrücken für die nächste Runde.

Die Sieger aus allen Bundesländern dürfen sich nun zunächst in einem dreitägigen Rhetorik-Training kennenlernen und werden dann vom 14. bis 16. Juni in Berlin  den diesjährigen Bundessieger ermitteln. „Die Vorbereitung ist schon aufwendig“, so Eva Donner, „aber es macht einfach großen Spaß, mit den Leuten, die man vorher beim Siegerseminar kennengelernt hat, zu debattieren.“