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Die Straße des 13. Januar

St.Ingbert. Vom 18.06 bis zum 21.06.18 fand am Leibniz-Gymnasium die Projektwoche statt. Die Schüler konnten aus einer Vielzahl an Projekten wählen. 32 Schüler interessierten sich hierbei besonders für das Projekt „Straßenname“, welches von Herrn Frisch und Frau Rosar geleitet wurde. Dabei machten einige Schüler einen interessanten Fund.

In St.Ingbert und Rohrbach existierte früher eine Straße namens „Die Straße des 13. Januar“. Diese beiden Straßen wurden nach 1945 wieder umbenannt. In Saarbrücken existiert allerdings bis heute noch eine „Straße des 13. Januar“. Dies ist ein erschreckender Fund, denn wie jeder weiß, war der 13.Januar ein Tag der einiges im Saarland veränderte. Am 13.01.1935 stimmte nämlich die saarländische Bevölkerung ab, ob sie zu Frankreich oder Deutschland gehören wollen. Eine andere Option wäre noch der Status Quo gewesen. Dies wollten die Saarländer aber nicht, obwohl es zahlreiche Argumente dafür gab.

 

Hier einige Argumente der „Einheitsfront“ für den Status Quo:

-Kein innen- und außenpolitischer Propaganda-Erfolg für Hitler durch die Zustimmung der Saarländer

-Keine Ausweitung von Hitlers Unrechtsregime auf das Saarland, das die grundlegenden Menschen- und Freiheitsrechte mit Füßen tritt

-Keine Legitimation für die weitere Ausdehnung des deutschen Reichs und der damit verbundenen Gefahr eines neuen Weltkrieges

-Das Saarland als freier Brückenkopf, von dem aus der Kampf gegen Hitler organisiert wird

-Kein Anschluss an ein durch Wirtschaftskrise und Hyperinflation gebeuteltes Deutschland

 

Doch damals gab es viele Gegner des Status Quo. So hielt die „Deutsche Front“ mit folgenden Argumenten dagegen:

-Deutsch ist die Saar

-Deutsch immer da

-Deutsch ist unseres Flusses Strand

-Ewig deutsch mein Heimatland

-Mein Heimatland, mein Heimatland

 

Als Ergebnis haben 90,5% der Bevölkerung dafür abgestimmt, zu Hitler-Deutschland zu gehören. Daraufhin wurden einige Straße nach dem Ereignis des 13. Januar benannt. Nach dem 2. Weltkrieg wurden sie nach und nach wieder umbenannt. Die „Straße des 13. Januar“ in Saarbrücken aber nicht.

Jetzt stellt sich die Frage, wieso diese Straße noch nicht umbenannt wurde. Stört es die Einwohner denn nicht, dass ihre Straße den Namen eines schrecklichen Ereignisses trägt? Wieso hat sich noch nie jemand darüber beschwert?

Diese Fragen bleiben noch ungeklärt.

Da der Name dieser Straße, unserer Meinung nach, untragbar ist für die heutige Zeit, rufen wir dazu auf, dass die Einwohner des Saarlandes sich dafür einsetzen, dass die Stadt Saarbrücken den Namen dieser Straße ändert.

 

Von: Florian Kalmes, Hannah Schwartz, Caroline Becker, Gianluca Calabrese, Paula Schulte, Sarah Luxenburger, Rebecca Raber