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Aktuelles

Studienfahrt nach Auschwitz 2019 (von Amélie Lichtblau und Lukas Reiß)

In der Woche vom 28. September bis 5. Oktober 2019 unternahmen wir mit der aej-Saar und Schülern aus verschiedenen saarländischen Schulen eine Studienfahrt nach Oswiecim und den ehemaligen Lagern Auschwitz 1 und Auschwitz 2. Nach einer 15-stündigen Anreise kamen wir am späten Vormittag in der Jugendbegegnungsstätte in O?wieçim an, in der Freiwillige aus Deutschland und anderen Ländern bei der Betreuung der Besucher helfen. Nachdem wir die Zimmer bezogen hatten, besuchten wir die Synagoge im jüdischen Zentrum von O?wieçim. Dies ermöglichte uns einen sehr guten Einstieg in die Thematik der kommenden Woche.
Anschließend sahen wir uns eine Ausstellung zum Thema ,,Sinti und Roma” an. Nach dem Abendessen hatten wir unseren ersten gemeinsamen Austausch mit Frau Guttmann. Sie ist die Tochter eines KZ-Überlebenden und konnte uns viel über das Leben eines Lagerhäftlings erzählen. Der erste Tag war sehr anstrengend, jedoch auch eine gute Vorbereitung auf die kommenden Tage.

Montag, 30.09.19:

An diesem Tag stand unser erster Besuch des Stammlagers auf dem Plan. Allen war etwas merkwürdig zumute, einen solchen Ort nun wirklich zu sehen. Von außen sieht das Lager harmlos aus, die vierstündige Führung belehrte uns jedoch eines Besseren: Die Eindrücke strömten auf uns ein, als wir Bilder vor Ort von den gefolterten Menschen sahen. Alle bis auf die Knochen abgemagert, zu unzumutbarer Arbeit gezwungen und grundlos Strafen ausgesetzt wie Peitschenhieben, Essensentzug, einem längeren Aufenthalt im Stehbunker oder gar dem Tod. Im Stammlager war es üblich, dass man den Häftlingen ihre Habseligkeiten abnahm und ihnen die Haare abrasierte. Dies führte dazu, dass die Gefangenen ihre Menschenwürde nahezu verloren. Des Weiteren wurde in den späteren Jahren im KZ jedem eine Nummer auf den Unterarm tätowiert, was einen Verlust der Individualität darstellt. Nach dem Mittagessen erkundeten wir weiter die Stadt O?wieçim. Wir führten selbst in Kleingruppen eine Stadtführung durch, die wir am Abend vorher zu unterschiedlichen Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbereitet hatten. Der Tag endete wieder mit einem Gespräch mit Frau Gutmann, bei welchem wir auch von unseren Eindrücken erzählen konnten.

Dienstag, 01.10.19:

Wir begannen diesen Tag mit der Besichtigung von Auschwitz-Birkenau. Die Eindrücke von den vorherigen Tagen lagen uns allen immer noch schwer im Magen und mit gemischten Gefühlen bestiegen wir den Wachturm des Lagers. Vom Wachturm aus konnte man die gigantische Größe des Vernichtungslagers deutlich erkennen. Besonders erschreckend war für uns ein kleiner Waggon auf den Gleisen, in welchen früher viel zu viele Menschen hinein gequetscht und so nach Auschwitz transportiert worden waren. Auch sahen wir uns die Ruinen der Gaskammern an.
Am Nachmittag fuhren wir wieder nach Auschwitz 1 (Stammlager) zurück, wo wir uns gemeinsam eine weitere Ausstellung zu „Sinti und Roma“ anschauten. Danach hatten wir Zeit, in Kleingruppen die nationalen Ausstellungen zu erkunden. Die Ausstellungen waren sehr informativ und erlaubten uns einen noch besseren Einblick in das Leben der Gefangenen.
Auch an diesem Abend hatten wir eine Auswertungsrunde und danach gab es das Angebot, den ersten Teil des Films ,,Schindlers Liste’’ zu sehen.

Mittwoch, 02.10.19:

Dieser Tag begann für uns mit einer Archivarbeit im Konzentrationslager Auschwitz 1. Wir hatten Zeit, uns verschiedene Dokumente durchzulesen, welche aus der Zeit stammten, als das Lager in Betrieb war. Zudem gab es mehrere Bücher mit Bildern aus den Lagern. All dies war sehr erdrückend und zeigte uns noch einmal, wie grausam die Menschen behandelt wurden.
Am Nachmittag besuchten wir eine Kunstausstellung von Marian Kolodziej. In seinen Bildern hat er seine Erinnerungen und Eindrücke des Holocausts zusammengefasst. Er stellte die Häftlinge als Skelette dar und die SS-Wärter zeichnete er als furchterregende Monster.

Donnerstag, 03.10.19:

Direkt nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Krakow. Auf einer geführten Tour besichtigten wir das jüdische Viertel, in welchem wir auch eine Synagoge besuchen durften. Danach gingen wir durch die Altstadt bis hoch zum Schloss von Krakow. Von ganz oben hatte man eine tolle Sicht auf die Stadt. Weiter ging es  bis zum Marktplatz. Dies war leider auch schon der letzte Punkt auf unserer Führung, danach hatten wir nun Zeit zur freien Verfügung und es war sehr interessant, den Charme Krakows zu erfassen. Die Zeit wurde genutzt, um lokale Speisen zu kosten, Souvenirs zu kaufen oder einfach durch die Stadt zu laufen. Leider mussten wir Krakow schon viel zu früh verlassen. Nach dem Abendessen hatten wir einen letzten Austausch mit Frau Guttmann.

Freitag, 04.10.19.:

Unser letzter Tag in Polen war angebrochen. Den Vormittag verbrachten wir in Auschwitz-Birkenau - hier hatten wir Zeit, uns von Auschwitz zu verabschieden und nutzten die Möglichkeit, gemeinsam am Denkmal Blumen nieder zu legen. Nach dem Mittagessen war es dann leider auch schon Zeit für die Rückfahrt. Wir erreichten St Ingbert am nächsten Morgen um 4 Uhr.

 

 

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